Bauwerksbegrünung

Die Stadt wird grün

 

Begrünter Wohnblock
Begrünte Gebäude bieten viele Vorteile – und bringen die Natur nicht nur optisch zurück in die Stadt.
Foto: djd/FBB

 

Das Potenzial an Gebäudebegrünung ist noch längst nicht ausgeschöpft

(djd). Wenn von umwelt- und klimafreundlichen Gebäuden die Rede ist, geht es in der Regel um Wärmedämmung und energieeffiziente Techniken.Dabei besitzen viele Häuser weitaus mehr Potenzial, aktiv etwas für die Umwelt zu tun – beispielsweise durch Begrünungen. Dächer und Fassaden, aber auch Innenräume lassen sich bei vorausschauender Planung begrünen und sinnvoll nutzen.„Die Vorteile von Bauwerksbegrünungen sind durch Studien und Untersuchungen belegt“, erklärt Dr. Gunter Mann, Präsident der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB). Mit der „Bundesweiten Strategie Gebäudegrün“ soll das Potenzial von Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünungen stärker im Bewusstsein der Öffentlichkeit sowie gewerblicher, kommunaler und privater Bauherren verankert werden.

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Vorteile begrünter Dächer und Fassaden

Dach- und Fassadenbegrünungen tragen zu Energieeinsparungen als natürliche Wärmedämmung und Klimaanlage bei, sie halten Regenwasser zurück und stärken damit den Hochwasserschutz.Durch Verdunstungsvorgänge wirken sie dem sogenannten Urban-heat-Effekt entgegen und verbessern das Kleinklima in ihrem Umfeld. Sie schaffen mehr Biodiversität in städtischen Regionen und bieten Vögeln und Insekten neue Lebensräume. Zudem wirken sie der Flächenversiegelung durch Wohnhäuser, Gewerbe- und Verkehrsflächen entgegen.Außerdem schlucken sie Schall, schützen das Bauwerk vor Umwelteinflüssen und filtern Luftschadstoffe und Feinstaub. Und nicht zuletzt bieten begrünte Bauten Erholung fürs Auge oder schaffen sogar neue Natur-, Erholungs- und Pausenflächen. In vielen Großstädten nutzen „Urban Farmer“ Dachflächen sogar zum Obst-, Gemüse- und Kräuteranbau.

 

Dachgarten
Mit einer neuen Initiative will die Fachvereinigung Bauwerksbegrünuung e.V. (FBB) mehr private und öffentliche Bauherren dazu bewegen, Grün an und auf ihre Häuser zu bringen.
Foto: djd/FBB

 

Mehr Bewusstsein für das „grüne Haus“

„Dass die vielfältigen Potenziale ‚grüner‘ Bauwerke noch nicht umfassender genutzt werden, liegt möglicherweise an Vorurteilen und Bedenken von Bauherren und mangelndem Interesse auf Seiten der Politik“, vermutet Gunter Mann.Wer sich für das Thema interessiert, findet auf der Website www.gebaeudegruen.info praktische Tipps, Informationen, wissenschaftliche Untersuchungen und die Möglichkeit, Erfahrungen auszutauschen.Ziel ist es, mehr Wissen über und Bewusstsein für die Begrünung von Gebäuden zu schaffen und letztlich neue Grünflächen auf, an und in privaten Wohnhäusern, Gewerbebauten und öffentlichen Gebäuden zu erschließen. Im nächsten Jahr soll es sogar einen mehrtägigen „Weltkongress Gebäudegrün“ in Berlin geben.

 

Begrünte Fassade
Fassadenbegrünungen bieten dem Auge Erholung und verbessern das Mikroklima im Umfeld.
Foto: djd/FBB

 

Viele Städte fördern bereits das „grüne Haus“

Die Begrünung von Gebäuden liegt voll im Trend. Und viele Städte fördern das – direkt und indirekt. Direkte Zuschüsse gibt es in einigen Gemeinden für die Errichtung von Dach- oder Fassadenbegrünungen.Indirekte Förderungen sind über die gesplitteten Abwassergebühren möglich. Bei einem begrünten Dach räumen dabei einige Gemeinden Nachlässe ein. Auf der Website www.gebaeudegruen.info gibt es eine Auflistung der Städte, die Dach- und Fassadenbegrünungen fördern, sowie viele weitere Hintergrundinfos und Tipps zur Begrünung von Bauwerken.

 

Dr. Gunter Mann
Dr. Gunter Mann, Präsident der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung e.V. (FBB), wirbt für mehr Natur in den Städten, insbesondere auf, an und in Gebäuden.
Foto: djd/FBB

 

 

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