Miete mindern

Wann darf man die Miete kürzen?

 

Beratungsgespräch
Hat man in seiner Wohnung einen Mangel festgestellt, sollte man den Vermieter darüber informieren und ihm eine Frist zur Beseitigung setzen.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.

Bei einer Mietminderung wegen Wohnungsmängeln kommt es aufs korrekte Vorgehen an

(djd). Schimmelflecken an den Wänden, undichte Fenster oder Lärm aus der Nachbarschaft – es gibt viele Gründe, die Miete zu mindern. Denn der Vermieter ist dazu verpflichtet, die Wohnung in einem sogenannten gebrauchstauglichen Zustand zur Verfügung zu stellen und zu erhalten. Wenn Mängel vorliegen, die dies einschränken oder sogar aufheben, darf die Miete gemindert werden. Wichtig ist aber, dass Mieter dabei richtig vorgehen.



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Beratung beim Mieterschutzbund
Wer seine Miete kürzen will, sollte sich vor allem bezüglich der berechtigten Höhe von Experten beraten lassen.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.

Den Vermieter informieren und Frist setzen

„Zuerst einmal muss der Vermieter auf jeden Fall Kenntnis vom Mangel erlangen – erst dann ist eine Mietminderung möglich“, erklärt Jörn-Peter Jürgens vom Interessenverband Mieterschutz. Ebenso müsse die Tauglichkeit des Mietobjekts erheblich eingeschränkt sein. Ein nur fünf mal fünf Zentimeter kleiner Schimmelfleck oder zwei Silberfische im Bad beispielsweise würden nicht zur Mietminderung berechtigen.Wer einen gravierenden Mangel feststellt, sollte also zunächst den Vermieter schriftlich per Mail, Brief oder Fax informieren und ihm eine angemessene Frist zur Beseitigung des Problems setzen. „Wie lang dieser Zeitraum sein kann, richtet sich nach der Dringlichkeit – so muss etwa eine defekte Heizung im Winter unverzüglich repariert werden“, erklärt Jörn-Peter Jürgens. Bleibe der Vermieter untätig, könne die Miete herabgesetzt werden.In welcher Höhe das geschehen darf, hängt wesentlich vom Grad der Beeinträchtigung ab. Darum sollte man hier Experten um Rat bitten – zu finden beispielsweise unter www.iv-mieterschutz.de. Das Festlegen der Minderungsquote bringt einen großen Konfliktstoff mit sich, daher sollten beide Seiten möglichst eine gütliche Einigung anstreben. Vor Gericht liegt die Beweislast beim Kläger.

Gebäude des Mieterschutzbundes
Ständige Lärmbelästigung durch eine Großbaustelle – auch das müssen Mieter grundsätzlich nicht hinnehmen.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.

Häufige Gründe für Mietminderungen

Neben den eingangs beschriebenen Mängeln kommen noch weitere gute Gründe für Mietminderungen in Betracht.„Dazu gehören etwa Wasserschäden beispielsweise durch undichte Dachziegel, Geruchsbelästigungen durch Restaurants oder Fäkalien aus Leitungen, Ungezieferbefall, Asbest, Blei in Wasserrohren oder die ausgefallene Beleuchtung vorm und im Haus“, zählt Jörn-Peter Jürgens auf. Weitere Gründe könnten eine defekte Gegensprech- und Schließanlage, permanent störende Nachbarn oder eine defekte Toilette sein.

Wasserflecken an Zimmerdecke
Vom Mieter unverschuldete Wasserschäden berechtigen in den meisten Fällen zur Kürzung der monatlichen Miete.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.
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Wenn eine Mietkürzung nicht möglich ist

Nicht alles, was dem Mieter nicht gefällt, rechtfertigt eine Mietminderung. Hier die wichtigsten Punkte, bei denen eine Kürzung der monatlichen Zahlungen nicht zulässig ist:
– Wenn der Mangel bereits bei der Übergabe der Wohnung vorlag und der Mieter diesen auch kannte oder kennen musste.
– Wenn der Vermieter keine Mängelanzeige bekommen hat.
– Wenn der Schaden selbstverschuldet ist.
– Wenn der Mangel unerheblich ist.
– Wenn der Mieter die Beseitigung des vorliegenden Schadens selbst verhindert hat.

Mehr Informationen für Mieter gibt es unter www.iv-mieterschutz.de.

Schimmelflecken an Zimmerwand
Schimmel ist ein häufiger Grund für Mietminderungen.
Foto: djd/Interessenverband Mieterschutz e.V.

 

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